2016: Bridgespieler ziehen beim Turnier durch die Kneipen

veröffentlicht am 28.09.2016 in der LZ

Detmold. Wer in Detmolds Innenstadt auf zahlreiche hochkonzentrierte Bridgespieler stieß, die stetig untereinander Gegner und Spielstätte wechselten, wurde Zeuge des Kneipenpaarturniers, ausgerichtet vom Detmolder Bridgeclub. 40 Teilnehmer hatten sich zusammengefunden und spielten in Paaren um den Sieg. „Man muss sich konzentrieren können", erklärt Professor Dietmar Winkler. Und besonders so ein Kneipenturnier mit Lautstärke und Musik habe es in sich. Umso wichtiger ist da, dass die Paare harmonieren. „Bridge ist wie das Leben", findet Winkler, „manche Paare finden sich." Gespielt wird mit vorgemischten Boards, jedes Team muss zeigen, wie gut es die Karten spielt, mit denen bereits ein anderes sein Glück versucht hat.20160922 Bericht LZ

„Bridge ist ein Denksport", so Winkler. Nach jeder Runde wurde das Lokal gewechselt. Dort trafen die Spieler auf neue Gegner. Damit am Spieltag alles klappte, war Turnierleiter Klaus Kersting seit mehreren Wochen mit der Organisation befasst. In dieser Zeit galt es, Paare ähnlicher Spielstärke zusammenzustellen und Lokale zu finden, die einen Tisch freihalten.

 „Für die Restaurants lohnt sich das nicht unbedingt", so Kersting, „eine Runde geht schnell, da trinkt nichtjeder etwas." Dennoch habe es in den vergangenen Jahren nie Probleme gegeben -in diesem Jahr waren Gugelhupf, Extrablatt, Liebharts Steakhouse, Skyline, Cosmo Lounge und Detmolder Hof dabei. Viele Gastronomen öffneten sogar früher oder reduzierten die Pause für die Spieler. Die ehemalige Vorsitzende Ursula Everding hatte sich für das Gelingen des Kneipenturniers besonders eingesetzt. „Sie ist von Lokal zu Lokal gelaufen", erinnert sich Winkler. Nach ihrem Tod möchte der Verein ihr Engagement daher besonders würdigen: Gespielt wurde um den „Ursula-Everding-Gedächtnispokal".

Am Turniertag selbst ist nicht zu übersehen, dass sich der Einsatz gelohnt hat. Viele Spieler sind aus den Nachbarstädten angereist, auch Bridgefreunde aus Hannover und dem Ruhrgebiet sind dabei. Und allen geht es am Turniertag nicht nur ums Gewinnen, das wird am Tisch von Winkler und Forchert schnell klar. „Natürlich mochte man gegen die Beiden gut spielen", lacht Spielerin Dr. Heike Brauße, „aber es ist auch schön, Bekannte zu treffen und neue Leute kennenzulernen." Es wurde in zwei Gruppen gespielt: ln der Pik-Gruppe (mit Spielern aus höheren Ligen) gewannen Prof. Dietmar Winkler und Niko Forchert (beide BC Detmold) vor Helene Liebrecht und Lothar Schwiderski (beide BC Gütersloh). ln der Cour-Gruppe siegten Claudia Koderisch (BC Detmold) und Gertraude l\/leschke (BC Bad Salzuflen) vor Brauße und Kreimeier (beide vom Bridgeclub Detmold).